Neujahrskonzert des Kirchenchores Meggen am 29.01.2023

mit Konzerteinweihung der neuen Kirchenorgel

Mit dem Neujahrskonzert in der Pfarrkirche St. Bartholomäus Meggen feiert der Kirchenchor St. Bartholomäus Meggen den Beginn seines Jubiläumsjahres. Und die Gemeinde feiert die Konzerteinweihung der neuen Kirchenorgel.

Gemeinsam mit dem Orchester Camerata Instrumentale Siegen und namhaften Solisten stimmt der Kirchenchor festlich und beschwingt mit zauberhaften Solopassagen auf das neue Jahr ein.

Das klangvolle Te Deum von Marc-Antoine Charpentier, welches lange Zeit als Proklamationsmusik verwendet wurde, ist seit 1954 mit seinem Prelude als Eurivisonsfanfare bekannt. Das Gloria in D-Dur von Antonio Vivaldi ist eine seiner bekanntesten Kompositionen und das am häufigsten aufgeführte geistliche Vokalwerk aus dem Barock.

Ein weiterer Höhepunkt des Konzertabends wird die Konzertpremiere der renovierten und erweiterten Meggener Orgel sein. Mit einem Soloprogramm wird Andreas Meisner, Domorganist am Altenberger Dom, den neuen Klang präsentieren.

 

Anna Pehlken, Sopran
Bettina Schaeffer, Alt
Maximilian Fieth, Tenor
Hendrik Schörmann, Bass
Camerata Instrumentale Siegen
Andreas Meisner, Domorganist Altenberg
Harald Jüngst, Musikalische Leitung


Kartenvorverkauf

Karten für dieses besondere Konzert erhalten Sie ab dem 09. Dezember 2022:

- bei allen Sängerinnen und Sängern des Chores

- in der Barbara-Apotheke in Meggen

- in der Agatha-Apotheke in Maumke

- in der Buchhandlung Hamm in Altenhundem

- im WieWoWatt Altenhundem

- online ist nicht mehr möglich, die Vorverkaufsstellen und die Abendkasse sind aber bestückt!


Westfalenpost, 19.01.2023
Westfalenpost, 19.01.2023

Altes Instrument mit neuen Genen

Artikel von Volker Eberts, Westfalenpost

Meggens Kirchenorganist Dirk Budde am Spieltisch der renovierten Orgel, mit den Kirchenvorstandsmitgliedern Gerd Schäfer und Franz Bieker (von links) , Maria Arns (Vors. Kirchenchor), sowie Pastor Ludger Wollweber (rechts).
Foto: Volker Eberts

Meggen.  Mit der Renovierung wurden dem 119 Jahre alten Instrument neue Klanggene eingehaucht. Was das Instrument jetzt so einmalig macht.

Für Dirk Budde, seit mehr als 40 Jahren Organist in der St. Bartholomäus-Kirche in Meggen, war „Weihnachten“ im letzten Jahr schon Mitte Dezember. An dem Tag, als er zum ersten Mal wieder die Kirchenorgel spielen durfte. „Da hat er richtig gestrahlt“, erinnert sich Meggens Pastor Ludger Wollweber an den Moment. Nicht nur er, für den gesamten Kirchenvorstand war es ein Glückstag und das „Happy End“ einer fast unendlichen Geschichte. Mit Mut, Weitblick, Beharrlichkeit und dem Glück, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Leute getroffen zu haben, konnte das Projekt „Orgel“ doch noch erfolgreich gestemmt werden.
Innere Werte

Wer den Spieltisch und das Prospekt auf der Orgelbühne des Meggener Gotteshauses betrachtet, wird sich zunächst fragen, wo die 208.000 Euro für den Umbau der Orgel geblieben sind. Nur ein relativ kleines Digital-Display am Spieltisch fällt auf, es will optisch nicht zu den Schalterreihen für die 30 Klangregister passen. Aber wenn Dirk Budde die mehr als 1500 Pfeifen ansteuert und die dynamische und klangliche Bandbreite vom zarten Pianissimo bis zum grandiosen Fortissimo hervorzaubert, dann hört jeder, warum sich der Aufwand gelohnt hat. Es sind die inneren Werte, die das Instrument „einmalig“ machen. Dass die Orgel dieses Prädikat verdient hat, weiß niemand besser als Björn Daniel Reich von der Firma „TastenReich“.

Bis der Orgelbaumeister aus Pulheim ins Spiel kam, lagen bereits sechs Jahre „Orgelstress“ hinter dem Kirchenvorstand. Das Problem: Die 1904 gebaute Stockmann-Orgel war in den 70er Jahren „kaputtrestauriert worden“, so Pastor Wollweber. Eine reine technische Instandsetzung ohne wesentliche Klangverbesserung sollte allein 60.000 Euro verschlingen, mit mittelmäßigem Klang und für Solo- oder Kirchenkonzerte nicht geeignet. Maria Arns, Vorsitzende des Meggener Kirchenchors: „Unsere Orgel war nie gut genug für die Konzertreihe „Orgelsommer“ oder für Konzerte mit unserem Chor.“
Das Prospekt der Meggener Orgel. Außen hat sich nichts verändert, innen schon.
Foto: Volker Eberts

Mit der Option, die gesamte Orgel durch eine gute Gebrauchte zu ersetzen, eckten die Meggener unter anderem beim Denkmalschutz an. Harald Jüngst, als Chorleiter des Kirchenchors Meggen ebenfalls involviert, brachte dann nach Rücksprache mit einem befreundeten Experten eine neue Idee ins Spiel: Umbau der alten Orgel plus Erweiterung der Register. Eine „Exkursion“ nach Pulheim, wo Orgelbauer Björn Daniel Reich ein von ihm gebautes „Referenzinstrument“ vorstellte, überzeugte die Meggener, dass es möglich sei, einerseits das hochromantische Klangbild der Stockmann-Orgel zu erhalten bzw. zu rekonstruieren, andererseits durch neue, zusätzliche Register dem Instrument die Gene des modernen Orgelbaus mitzugeben.

Im April 2021 entschied sich der Kirchenvorstand für diesen Weg und beauftragte den Fachmann aus Pulheim mit Sanierung und Umbau. Der 48-Jährige, seit 28 Jahren im Orgelbau tätig, erklärt den Meggener Plan. „Wir haben auf dem Konzept der Stockmann-Orgel aufgebaut und versucht, auf den Klangcharakter von 1904 zurückzukommen“. Sieben neue Register wurden eingebaut, unter anderem ein mechanisches Glockenspiel und die Klarinette, 12 Register wurden angepasst bzw. auf das Original zurückgeführt und das Pedal erweitert. Mit einer 16-fach verstellbaren Lamellenwand kann der Organist jetzt die Dynamik (Lautstärke) verändern.

Mit Blick auf die Kosten griff Reich auf passende, bereits restaurierte Komponenten anderer Orgeln aus seiner Werkstatt zurück. Auf die Frage, ob die Orgel nun ein Unikat sei, sagt der Fachmann: „Jede Orgel ist ein Unikat, aber die in Meggen ist noch unikater.“ Aber die Symbiose von historischem und modernem Orgelbau, „das macht die Orgel einmalig“, so Reich.
Die verstellbaren Lamellen zur Dämpfung des Tones sind neu.
Foto: Volker Eberts

„Wenn wir damals nicht so entschieden hätten, wäre es mit dem Orgelprojekt nichts mehr geworden“, ist Pastor Wollweber überzeugt. Mit 208.000 Euro, von denen noch 30.000 Euro fehlen, ist die Orgel teurer geworden als zunächst geplant. Kirchenvorstandsmitglied Thomas Arns entwarf eine Spendenkampagne, die fruchtete. Ein großzügiger Spender überwies einen großen Betrag, ohne den das Projekt kaum zu finanzieren gewesen wäre. So freuen sich alle Beteiligten auf das Festwochenende mit Orgelweihe und dem Auftaktkonzert zum Jubiläum „100 Jahre Kirchenchor St. Bartholomäus Meggen“ (siehe unten), wo die Orgel natürlich eine der „Solistinnen“ ist.
Programm des Festwochenendes:

Samstag, 28. Januar, 17 Uhr: Festgottesdienst mit Orgelweihe. Um das „neue“ Klangspektrum zu demonstrieren spielt Dirk Budde u.a. den Festal March von Frederick Scotson Clark, die Choräle „Was Gott tut, das ist wohlgetan von Franz Liszt und „Jesu bleibet meine Freude“ von J.S. Bach und den Marche Solenelle von Alphonse Mailly, anschließend öffentlicher Empfang mit Imbiss im Pfarrheim.
Sonntag, 29. Januar, 17 Uhr: Jubiläumskonzert mit dem Kirchenchor St. Bartholomäus Meggen, Domorganist Andreas Meisner und Thomas Kässens, Pauken.

Im Konzert erklingen u.a.:
Antonio Vivaldi (1678 – 1741), Gloria in D RV 589, für Chor, Orchester und Solisten;
Paukensolo zum Te Deum, Thomas Kässens, Pauken;
Marc-Antoine Charpentier (1643 – 1704), Te Deum, Chor, Orchester und Solisten sowie Solostücke für Orgel, gespielt von Andreas Meisner, Domorganist am Altenberger Dom.
Die musikalische Gesamtleitung hat Harald Jüngst.

Karten im Vorverkauf gibt es bei der Buchhandlung Hamm und WieWoWatt, Altenhundem, den Apotheken in Meggen und Maumke, bei allen Chormitgliedern und unter www.kirchenchor-meggen.de


Wunderbare Klänge in der Meggener Kirche: Orgel wird offiziell eingeweiht
Renoviertes Instrument feiert Konzert-Premiere

    Lennestadt, 24.01.2023
    Verschiedenes
    Von Kerstin Sauer

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Domorganist Andreas Meisner, Maria Arns (Kirchenchor Meggen) und Pastor Ludger Wollweber sind begeistert vom Klang der renovierten Kirchenorgel. von Kerstin Sauer

Meggen. Wenn Pastor Ludger Wollweber von der frisch renovierten Orgel in der St.-Bartholomäus-Kirche in Meggen spricht, klingt Begeisterung aus seinen Worten. „Ich bin kein Orgel-Experte“, sagt er, „aber wenn die Klarinette erklingt, oder die leisen, schwebenden Töne – das ist einfach wunderbar.“ Am Samstag, 28. Januar, wird die Orgel im Rahmen der Vorabendmesse feierlich eingeweiht, Konzert-Premiere feiert sie am Sonntag, 29. Januar, beim Neujahrskonzert des Kirchenchors St. Bartholomäus Meggen.

Ein paar Tage sind es noch bis zur Einweihung. Als LokalPlus der St.-Bartholomäus-Kirche einen Besuch abstattet, schallen die satten, vollen Klänge der Orgel schon durch den hohen Kirchenraum. Andreas Meisner, Domorganist am Altenberger Dom und gebürtiger Maumker, probt gerade zum ersten Mal für das Konzert am Sonntag. Und ist begeistert: „Ich haben schon auf der alten Orgel gespielt. Das hier ist was ganz anderes…“

Sagt er und deutet auf den Spieltisch: Etliche weiße Kippschalter reihen sich aneinander, die Tasten glänzen in Weiß und Schwarz. Während das alte Holzgehäuse erhalten blieb, wurde das Innenleben des Spieltischs komplett erneuert.

Ebenso die Register: Pfarrer Ludger Wollweber öffnet eine Tür hinter dem Spieltisch: Hunderte Orgelpfeifen, klein wie eine Kugelschreiber-Mine bis hin zu fünf Meter langen Riesen, stehen in Reih und Glied in insgesamt 30 Registern nebeneinander – so dicht gedrängt und verteilt, dass lange nicht alle zu sehen sind.

„Die guten, alten Register haben wir behalten, gleichzeitig die Orgel aber mit zehn neuen Registern erweitert“, erklärt Wollweber. Hinzu gekommen ist außerdem ein Schwellwerk, mit dem die Lautstärke reguliert werden kann, ohne die Klangfarbe zu verändern. Die Möglichkeiten, die sich in der Meggener Pfarrkirche nun bieten, sind beeindruckend: „Nicht nur Experten wie unser Organist Dirk Budde, auch Gottesdienstbesucher schwärmen vom weichen und runden Klang unserer Orgel.“

Rund sieben Jahre ist es her, dass in Meggen erste Überlegungen zur Zukunft der alten Romantik-Orgel aus dem Jahr 1905 aufkamen. Bei einer Renovierung in den 70er-Jahren hätten einige schrille Töne Einzug gehalten, erinnert sich Maria Arns, Vorsitzende des Meggener Kirchenchores. Hinzu kam die mangelhafte Elektrizität am Spieltisch und poröse Leder-Bestandteile.

Doch was nun? Auf eine neue Orgel sparen? Zahlen bis zu 600.000 Euro schwirrten in Gesprächen durch die Luft – und der Gedanke wurde schnell ad acta gelegt. Außerdem stehen einige Bestandteile der Original-Orgel unter Denkmalschutz – und diese besonderen Dinge sollten erhalten bleiben.

Orgelbauer Björn Daniel Reich aus Pulheim lieferte für die Meggener die perfekte Lösung. Das Konzept seiner Firma „TastenReich“: aus alten Orgeln das Gute nehmen und in anderen Orgeln verbauen. Geschätzte Kosten: 200.000 Euro.
Dank an alle Unterstützer

Über Jahre hinweg wurden in Meggen Spenden gesammelt. 15.000 Euro steuerte das Bistum Paderborn hinzu, den Rest mussten die Meggener selbst aufbringen. „So viele Menschen haben uns unterstützt“, sagt ein dankbarer Ludger Wollweber. Und Maria Arns hebt besonders den gebürtigen Meggener Dr. Uwe Silberberg hervor, der alleine die Hälfte des benötigten Betrags spendete.

30.000 Euro fehlen zum jetzigen Zeitpunkt noch, aber auch da sind Ludger Wollweber und Maria Arns sich sicher: Das schaffen wir auch. Beispielsweise durch den Verkauf der alten Orgelpfeifen, Stück für Stück dekorativ auf 100 Jahre alten Eichenholzblöcken befestigt. „Der Verkauf geht weiter“, verspricht Maria Arns.

So am Samstag, 28. Januar: Nach dem Einweihungs-Gottesdienst, der um 17 Uhr beginnt, stehen die Pfeifen wieder zum Verkauf. Dort können außerdem noch wenige Restkarten für das Konzert am folgenden Tag erworben werden. Danach ist ein Beisammensein im Pfarrheim geplant, um die neue Orgel gemeinsam zu feiern.

Ihre Konzert-Premiere hat die Meggener Orgel dann am Sonntag, 29. Januar, ab 17 Uhr beim Neujahrskonzert zum 100-jährigen Jubiläum des Kirchenchores (siehe Link). Weitere, vielfältige Konzerte sollen folgen – und die Meggener freuen sich auf den wunderbaren Klang ihrer neuen Orgel.